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Hofübergabe

Wertschöpfungsketten

Regionale Wertschöpfungsketten stehen für Produkte, die in einem überschaubaren Radius erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden. Sie bringen viele Vorteile, sowohl für produzierende und verarbeitende Betriebe, als auch für Dich als Verbraucherin bzw. Verbraucher. Wir zeigen Dir, was genau eine regionale Wertschöpfungskette ausmacht, wie sie sich in Zeiten der Globalisierung verändert hat und welche Herausforderungen bei ihrem Aufbau zu bewältigen sind.

Was ist eine regionale Wertschöpfungskette?

Wertschöpfung heißt, dass ein Erzeugnis verändert wird, um aus diesem einen zusätzlichen Wert zu schöpfen – zum Beispiel, wenn aus Milch Käse gemacht wird. Von einer Wertschöpfungskette spricht man, wenn es verschiedene Stufen der Weiterverarbeitung oder Vermarktung gibt, bei der jede Stufe einen höheren Wert erzielt. Diese Kette ist regional, wenn all diese Schritte in einer Region erfolgen und die Wertschöpfung somit dort bleibt. Der Begriff „Region“ ist allerdings nicht klar definiert. Eine regionale Wertschöpfungskette beginnt also bei den Produzenten – oft landwirtschaftlichen Betrieben – die ihre Produkte an nicht zu entfernt liegende Verarbeiter liefern. Dies können Mühlen, Brauereien, Käsereien oder andere Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung sein. Anschließend werden die Produkte über regionale Einzelhändler, Wochenmärkte oder direkt vom Hof an die Endverbraucherinnen und Endverbraucher verkauft.

Wie haben sich regionale Wertschöpfungsketten in Zeiten der Globalisierung verändert?

Über viele Jahrhunderte fand Wertschöpfung vor allem regional und lokal statt. Mit der Globalisierung haben sich Wertschöpfungsketten jedoch stark verändert. Heute dominieren wenige, jedoch sehr große verarbeitende Unternehmen, zum Beispiel in der Milch- und Fleischverarbeitung. Kleinere Betriebe konnten dem wirtschaftlichen Druck oft nicht standhalten. Auch die Vermarktung und der Verkauf von Lebensmitteln hat sich in den letzten Jahrzehnten auf wenige große Unternehmen konzentriert. Während die globale Vernetzung den Handel und den Austausch über weite Distanzen hinweg erleichtert hat, ist jedoch zugleich das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung lokaler Produktion und Konsumption gewachsen. 

Einerseits steht die regionale Wertschöpfung vor der Herausforderung, sich gegenüber global agierender Konkurrenz zu behaupten, die oft kostengünstiger produzieren kann. Dies erfordert eine stärkere Spezialisierung auf Qualitätsprodukte und Nischenmärkte sowie die Betonung von Nachhaltigkeit und/oder regionaler Herkunft als Alleinstellungsmerkmal. Die Globalisierung hat den Wettbewerb verschärft, aber auch neue Chancen für regionale Akteure geschaffen, die sich durch ihre Produkte und Produktionsverfahren bewusst von den global agierenden Wettbewerbern abgrenzen. Die Globalisierung und Krisen der letzten Jahre haben die Nachfrage nach regionalen Produkten, kurzen Lieferketten und sicheren Bezugsquellen gesteigert. Immer mehr Menschen sind bereit, für nachhaltig produzierte und lokal / regional hergestellte Waren einen höheren Preis zu zahlen. Darüber hinaus hat auch die Digitalisierung als ein weiteres Merkmal der Globalisierung neue Möglichkeiten für regionale Wertschöpfungsketten eröffnet. Digitale Plattformen ermöglichen es kleineren Produzenten und Verarbeitern, ihre Produkte einem breiteren Publikum anzubieten und direkt mit Endverbrauchern zu kommunizieren. Social Media und Online-Marketing bieten Werkzeuge, um die Geschichten hinter den Produkten zu erzählen und die Verbindung zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen zu stärken. Digitale Technologien erleichtern zudem die Vernetzung zwischen verschiedenen Akteuren der regionalen Wertschöpfungsketten, verbessern die Logistik und tragen zur Effizienzsteigerung bei.

Welche Vorteile haben regionale Wertschöpfungsketten?

Regionale Wertschöpfungsketten bieten eine Vielzahl von Vorteilen für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft.

  • Stärkung der regionalen Wirtschaft: Indem ProduzentInnen, VerarbeiterInnen und HändlerInnen in der Region bevorzugt werden, bleibt mehr Geld in der Region. Dies ermöglicht das Überleben und Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen. Regionale Wertschöpfungsketten schaffen und sichern zudem Arbeitsplätze vor Ort und tragen dazu bei, Abwanderung aus dem ländlichen Raum zu verringern.
  • Umwelt- und Ressourcenschutz: Kurze Transportwege bedeuten weniger Verkehr und damit eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen.
  • Gesundheitliche Vorteile: Nahversorgung ermöglicht es Verbrauchern und Verbraucherinnen, saisonale, frische und nährstoffreiche Lebensmittel zu kaufen. Die Nähe zu Produzentinnen und Produzenten ermöglicht auch Einblicke in Produktionsmethoden und fördert im Idealfall für das Verständnis für die Bedeutung einer sicheren und heimischen Lebensmittelerzeugung.
  • Wirtschaftliche Resilienz: Lokal-regional Wertschöpfung reduziert die Anfälligkeit für globale Preisschwankungen und Versorgungsengpässe. Zudem können regionale Wertschöpfungsketten oft schneller auf Veränderungen und Herausforderungen reagieren als komplexe, globale Lieferketten.
  • Förderung von Innovationen: Die enge Zusammenarbeit innerhalb regionaler Wertschöpfungsketten kann Innovationen fördern, etwa in der betrieblichen Produktentwicklung oder bei nachhaltigen Anbaumethoden.

Welche Herausforderungen gibt es beim Wiederaufbau von Wertschöpfungsketten?

Der Umbau einer etablierten Logistik und Weiterverarbeitung in Richtung von regionaler Wertschöpfung ist mit einigen Herausforderungen verbunden. So gibt es heute nur noch wenige lokale Schlachtbetriebe, Mühlen und andere lebensmittelverarbeitende Betriebe in ländlichen Räumen. Der Kostendruck der letzten Jahrzehnte hat dazu geführt, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen nicht mit den großen Unternehmen mithalten konnten. Ein Aufbau von neuen kleinen verarbeitenden Unternehmen erfordert somit auch den Aufbau eines eigenen Logistiknetzwerks, das die wirtschaftliche Sicherheit aller beteiligten Betriebe ermöglicht und den komplexen rechtlichen Anforderungen entspricht. Die Notwendigkeit, Verbraucher und Verbraucherinnen für lokale Nahversorgung zu gewinnen, ist ebenfalls eine bedeutende Aufgabe. Trotz eines wachsenden Interesses an regionalen und nachhaltigen Lebensmitteln müssen produzierende Betriebe aktiv um das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher werben.

Ausblick: Wohin entwickelt sich regionale Wertschöpfung?

Die Zukunft regionaler Wertschöpfungsketten sieht trotz der bestehenden Herausforderungen in Deutschland vielversprechend aus. Es gibt zahlreiche regionale Vermarktungsinitiativen, die eine  Vernetzung zwischen den Betrieben der Kette vorantreiben. Diese positive Entwicklung wird auch von der Politik unterstützt, die den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten für Agrarerzeugnisse im ländlichen Raum zunehmend fördert. Solche Maßnahmen tragen dazu bei, die organisatorischen und logistischen Herausforderungen zu meistern und die Verbindung zwischen Produzenten, Verarbeitern und Verbrauchern zu stärken.

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